Biografie Elisabeth Nägelsbach
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Die folgende Kurzbiografie von Elisabeth Nägelsbach stellte uns Thomas Liggefeldt zur Verfügung, dem wir an dieser Stelle herzlich dafür danken.
Elisabeth Nägelsbach hat sich u.a. als Gründerin des Erholungs- und Tagungszentrums verdient gemacht:

Elisabeth Nägelsbach
Gründerin des Vereines Freundesring Nürnberg und Sulzbürg e.V.

Geboren am 12. Dezember 1894
Gestorben am 8. April 1984


Elisabeth Nägelsbach, Pfarrerstochter, besuchte die Soziale Frauenschule in Hannover und legte 1917 das Examen als Fürsorgerin ab.

Zunächst war sie in Berlin und München tätig. Ab 1923 arbeitete sie im Landesverein der Inneren Mission und war zuständig für Erholungsfürsorge, Heilfürsorge, weibliche Jugendfürsorge und Arbeitsvermittlung. Schon damals wurde sie gebeten, den ersten Vorsitz eines zu gründenden Landesverbandes evangelischer Arbeiterinnenvereine Bayerns zu übernehmen. Elisabeth Nägelsbach kam der Bitte nach, obwohl sie, wie sie selbst sagte „noch keine Ahnung vom Leben der Arbeiterin hatte.

Mit ihrer neuen Aufgabe wurde sie bald vertraut und mit den Nöten alleinstehender Arbeiterinnen und alleinerziehender Mütter. Um solchen Frauen zu helfen, schuf sie zwei Einrichtungen:

1925, das Erholungsheim Sulzbürg, in dem sie Arbeiterinnen zu Freizeiten und Erholungswochen zusammenführte und

1955 das Wohnheim für Mutter mit Kind in der Halskestraße, Nürnberg mit Kindergarten und Hort.

Das Erholungsheim in Sulzbürg begann schlicht mit 12 Betten in einem alten Bauernhaus. Nach Ende des Krieges wurde ein Fachwerkhaus neben dem alten Bauernhaus errichtet, so dass nun  fünfzig Gäste aufgenommen werden konnten. Ab 1958 erfolgte ein systematischer Neu- und Ausbau zum heutigen Familien- und Erholungsheim Sulzbürg.

Die Arbeit der Evangelischen Arbeiterinnenverein war durch das Dritte Reich erheblich gefährdet. Elisabeth Nägelsbach bewies politischen Weitblick, indem sie als Träger des Hauses in Sulzbürg sofort den „Freundesring Sulzbürg“ gründete und damit den Fortbestand des Hauses sicherte. Später, mit dem Bau des Wohnhauses für Mutter und Kind in Nürnberg, wurde der Vereinsname um den Zusatz Nürnberg erweitert.

1948 erging an Elisabeth Nägelsbach der Ruf, für die CSU im Nürnberger Stadtrat zu kandidieren. Auf Anhieb gelang es ihr, von einem hinteren Listenplatz gewählt zu werden. Nach zwei Perioden kandidierte sie 1954 für den Bayerischen Landtag, dem sie bis 1966 angehörte.

Der Schritt von der kirchlichen zur politischen Diakonie ermöglichte es ihr, maßgebend an der sozialen Gesetzgebung jener Jahre mitzuwirken. Ihr stetes Anliegen war, dass der Staat die soziale Arbeit der Kirche anerkenne. Ihr Interesse und ihr unermüdlicher Einsatz galt bis zu ihrem Tod in hohem Alter der Unterstützung von Frauen und Familien.

Ihre enge Verbundenheit zu „ihrem“ Verein beschrieb sie am 1. August 1983 wie folgt:
„Wir stehen ja mitten drin, auch wenn wir aus Altersgründen von der Arbeit zurückgetreten sind.“

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