Gedicht von Hans Naegelsbach
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Herr Thomas Liggefeldt schrieb uns einen netten Brief (hier auszugsweise veröffentlicht), dem er ein Gedicht von Hans Naegelsbach beilegte. Vielen Dank!

Immer wieder gerne schaue ich die Web-Seite von Sulzbürg an. Ich bin aus der selben Familie wie Elisabeth Naegelsbach, welche das Erholungsheim in Sulzbürg gegründet hat. Die Familie Naegelsbach hält schon seit vielen Jahren im 3-jährigen Rhythmus im schönen Sulzbürg ihren Familientag ab. Wir sind sozusagen mit Sulzbürg verwurzelt. Meine beiden Kinder wurden Jahr 1995 in der Dorfkirche getauft.

Hans Naegelsbach

Mein Großvater Hans Naegelsbach, der lange Jahre Familienältester war, hat zu einem geplanten Familientag im Jahre 1966 ein Gedicht gemacht, in dem er den Anmarsch nach Sulzbürg beschreibt:

Verlängst - ich war noch jung und schön
Lockts mich einmal zu Fuß zu gehn
Von Rummelsberg, wo ich zu Gast
Bis nach Sulzbürg, weit schien mir’s fast

Heiß war’s zwar, doch im Wald schön kühl
Auch fand ich drinnen Erdbeeren viel
Von Seligporten trieb’s mich fort
(der Name ist das Schönst’ am Ort)

Vorbei am Berg der Möninger
(jetzt war mein Weg schon wöniger)
Als ich von Fern schon sah mein Ziel
Setzt’ ich mich in Baumschatten kühl.

Vergnügt zog dann ich aus der Tasch’
Ein wohlgestopftes Pfeiflein rasch
Steckt mir’s behaglich in den Mund
Zu rauchen eine halbe Stund’.

Kein Auto, keine Eisenbahn
Kein Flieger - gar nichts ficht mich an.
Still horcht ich auf das Lied der Grillen
Das war so ganz nach meinem Willen.

Da ich mich mählich ausgeruht
Ging’s weiter dann mit frischem Mut.
Und über manchen Jurastein
Bald in Sulzbürg, ich stolpert ein

Erstieg den Felsen wohlbekannt
Und blickt’ voll Freud ins weite Land
Kein Wölklein mocht’ den Himmel trüben
Ich schaut zum Schlüpfelberg dort üben

Doch immer wieder schickt’ ich gern
Den Blick in wälderblaue Fern.
Jedoch von dem Erholungsheim
Gab’s damals kaum noch erst den Keim

Jetzt ragt es in das weite Land
Herberget die mir sind verwandt
Verwandt bin ich auch meiner Basen
So dieses Haus hat bauen lassen.

Die Gattin jedoch ist noch frisch
Und sitzt gar gern mit Euch am Tisch
Ich wünsch’ mög zweierlei Euch freu’n
Natur und das Beisammensein.

So grüß ich alter Jubelgreis
Euch allesamt auf meine Weis
Mit Reimen voller Ach und Krach
Euer Senior Hans Naegelsbach.

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